04.06.2004 Ostfriesischer Kurier - Abend voller Höhepunkte mit "West Side Story"
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- Geschrieben von Stefan Goldenstein
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Abend voller Höhepunkte mit "West Side Story"
Schüler des Ulrichsgymnasiums Norden begeistern vor ausverkauftem Haus - Anspruchsvolle Arbeit der Musiktheater-AG
Imposante Leistung des gesamten Teams. Temperamentvolle Inszenierung mit Super-Band und klangvollen Stimmen.
Norden - Wenn das Ulrichsgymnasium Norden (UGN) einmal im Jahr in das Schulzentrum Ekel zum Musical bittet, müssen Interessierte sofort handeln.Die Aufführungen waren in den letzten Jahren derart erfolgreich, dass alle Karten grundsätzlich in Windeseile ausverkauft sind.
Das war in diesem Jahr nicht anders. Wer sich für die "West Side Story" nicht unmittelbar nach Ankündigung der Aufführungstermine um Reservierungen gekümmert hat, der hat im wahrsten Sinne des Wortes etwas verpasst. Die Besucher der Premiere am Mittwochabend waren restlos begeistert von den musikalischen und schauspielerischen Leistungen des NAchwuchses. Unter Leitung von Reinold Stubbe und Astrid Willamowski haben die Schüler udn Schülerinnen in einem Jahr Vorbereitung etwas Tolles auf die Beine gestellt.
Es sei bisher die anspruchsvollste Produktion der Musiktheater-AG des UGN heißt es im Programmheft. Anspruchsvoll ganz sicher im Hinblick darauf, dass es diesmal nicht reichte, ein oder zwei herausragende Akteure dabeizuhaben, diesmal war das Team als Ganzes gefordert. Dass sich die große Gruppe als Team versteht, wurde den Zuschauern eindrucksvoll präsentiert - fast drei Stunden lang.
angefangen bei der Band, die super spielte und die man noch öfter hören möchte, über alle, die auf der Bühne eher im Hintergrund blieben bis hin zu den Solisten merkte man allen die Ernsthaftigkeit an, mit der sie das Projekt jetzt erfolgreich zu Ende gebracht haben.
Zwei Banden
Zwei besondere Teams prägen die West Side Story - die Banden der Jets und der Sharks. Hier wurde sehr deutlich, dass auch Mitspieler Akzente setzen konnten, die keine "große Rolle" hatten, die nciht sangen, nur ab und an etwas zu sagen hatten. So spielte Lenne Diesing seinen Part als Action souverän, einfach klasse. Auch Christian Stellmacher als Diesel und die kleine Svea Willamowski als Anybodys fielen bei den Jets auf. Unter Anführer Riff (Mikis Trimborn), der sich im Lauf des Abends richtig warm spielte und immer besser wurde, stieg ihr Kampf gegen die Sharks unter ihrem Chef Bernando (Jan-Ole Götz). Hier gab es tolle Szenen zu sehen, und das nicht nur bei den tätlichen Auseinandersetzungen. Auch der "ruhige" Tanzabend, bei dem bekanntlich Tony seine Maria kennen lernt, wurde zu einer Augenweide für das Publikum.
Es wurde wunderschön getanzt, und zu Recht verdienten sich die Leiterinnen Anja Otten und Nadine Paul, die als Schülerinnen den Bereich Tanz eigenverantwortlich leiteten, ein dickes Sonderlob.
Ohne Zweifel standen alle aus dieser großen Familie der Musical-AG selbst begeistert hinter ihren Hauptdarstellern. Keine Frage, das Gregor Loebel als Tony als Sänger eine Superleistung ablieferte. Er hätte kein Mikrofon gebraucht, um den Saal mit seiner Stimme zu füllen. Sehr gut ergänzte seinen Part Julia Engels Sopran. Das Mädchen schafft auch die Höhen sehr sicher und sorgte, ganz so wie man es sich bei den berühmten Songs dieses Musicals wünscht, für Gänsehaut. Wunderschön war das Arrangement, als die beiden ihre "Hochzeit" spielten und sangen! Gemeinsam mit den "Schaufensterpuppen" (die sagenhaft lange ihre Arme ausgestreckt halten konnten!) sorgten sie für eine bemerkenswerte Szene. Man merkte ihnen an, dass sie selbst ihren Auftritt genossen. Zu Recht!
Zu diese beiden großen Gesangleistungen gehörten aber weitere. Mit Eva-Marie Monhof sang sich ein Talent in die Herzen der Zuschauer - dafür reichte ein Soloauftritt beim "Irgendwo".
Besonders auffällig war Olga Tietz, die Bernandos Freundin Anita spielte. Sie lieferte in jeder Beziehung eine Glanzleistung ab. Sie sang klasse. Temperamentvoll, selbstsicher - eine absolut überzeugende Vorstellung bot diese junge Frau.
Sie sprach sehr klar und akzentuiert und war sicher auch in den letzten Reihen im Publikum noch gut zu verstehen. Da gab es eines der wenigen Probleme. Die Lieder wurden zwar vom Mikrofon unterstützt, alle Texte sonst aber so gesprochen. Das kam in den letzten Reihen oft kaum an, weil es vielen Stimmen der jungen Schauspieler einfach ncoh an Kraft und Technik fehlt. So mussten sich die Zuschauer oben an Musik und Spiel erfreuen - und an der toll aufgemachten Bühne. Die war genial einfach aufgebaut. Ein Gerüst im Hintergrund, vorne eine Art Treppe,die mit wenigen Handgriffen so umgebaut werden konnte, dass sie zur Szene passte. Genial gelöst! Dazu gut in Szene gesetzte Details, das war genug, um die richtige Stimmung aufkommen zu lassen. Am Ende des Abends wollte keiner gehen, jeder noch einmal "Tonight" hören von gregol Loebel und Julia Engel. Oder "Amerika" oder "Maria" oder - einfach alles noch mal von vorn. Das Team hatte ganze Arbeit geleistet und damit auch dafür gesorgt, dass einem Reinold Stubbe, der die Schule im Sommer verlassen wird, der Abschied sicher nicht leicht fallen wird. Der musikalische Leiter griff am Schluss sogar selbst zum Mikrofon und sang. Ein toller Abschluss einer reifen Leistung.
©IRMI HARTMANN

